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Fürbitte für die Verstorbenen (הזכרת נשׁמות) [no.1] | Intercession for the Deceased (Hazkarat Neshamot) [no.1], a teḥinah by Yehoshua Heshil Miro (1833)

https://opensiddur.org/?p=43125 Fürbitte für die Verstorbenen (הזכרת נשׁמות) [no.1] | Intercession for the Deceased (Hazkarat Neshamot) [no.1], a teḥinah by Yehoshua Heshil Miro (1833) 2022-03-07 00:13:23 "Fürbitte für die Verstorbenen [no.1]" was translated/adapted by Yehoshua Heshil Miro and published in his anthology of teḥinot, <a href="/?p=41365">בית יעקב (Beit Yaaqov) <em>Allgemeines Gebetbuch für gebildete Frauen mosaicher Religion</em></a>. It first appears in the 1833 edition, תחנות <em>Teḥinot ein Gebetbuch für gebildete Frauenzimmer mosaicher Religion</em> on pp. 48-51. In the 1835 edition, it appears as teḥinah №35 on pp. 53-56. In the 1842 edition, it appears as teḥinah №37 on pp. 56-59. Text the Open Siddur Project Andreas Rusterholz (transcription) Andreas Rusterholz (transcription) Aharon N. Varady (translation) Yehoshua Heshil Miro https://opensiddur.org/copyright-policy/ Andreas Rusterholz (transcription) https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ Mourning הזכרת נשמות hazkarat neshamot paraliturgical hazkarat neshamot 19th century C.E. יזכור yizkor תחינות teḥinot 56th century A.M. Jewish Women's Prayers German vernacular prayer German Jewry Paraliturgical yizkor
Source (German) Translation (English)
Fürbitte für die Verstorbenen [no.1].[1] Wer seiner Neigungen, Begierden und Leidenschaften nicht Herr werden kann, sagen unsere Weisen, soll sich oft den Tod, die Vergänglichkeit alles Irdischen, vorstellen. Diese Vorstellung wird seinen Uebermuth dämpfen, und ihn zu einer ruhigen Würdigung der zeitlichen Güter führen. Vorzüglich aber muß die Erinnerung an unsere Abgeschiedenen Eltern, Verwandten und Freunde, uns in eine wehmüthige Stimmung versetzen, uns zu Betrachtungen über Tod und Unsterblichkeit leiten, und diese Betrachtung kann nur fruchtbar für unser moralisches Leben sein. Darum haben unsere Weisen auch verordnet, daß man nicht nur am Versöhnungstage, als am Tage allgemeiner Buße, sondern auch immer am letzten Tage eines Festes, durch ein Gebet an unsere verstorbenen Verwandten erinnert werden soll. Dieses Gebrauches wird von einem Schriftsteller, der im Jahre 1310 zu Nürnberg den Märtirertod erlitt, zuerst erwähnt. (Rabbi Mordachai; ohne daß sich im Thalmud eine Spur von diesem Gebrauch fände.) In manchen Gemeinden findet diese allgemeine Todtenfeier jeden Sonnabend statt. Siehe: „Gesänge und Gebete zur Todtenfeier” von dem würdigen, für das Gute stets thätigen Herrn Baruch Auerbach, Direktor des Waisen=Erziehungs=Instituts der israelitischen Gemeinde zu Berlin. ¶Ich kann mich nicht enthalten, meinen Lesern die schönen Stellen aus dem Thalmud und dem Midrasch, die der würdige Verfasser seiner Schrift als Motto vorgesetzt hat, hier mitzutheilen. In jener Welt giebt es keinen Tod, weder in Israel noch unter irgend einem andern Volke, wie die Schrift sagt: Gott trocknet die Thränen aus jedem Angesicht. (Jesaja 25, 8) Die Frommen jedes Volkes haben Antheil am ewigen Leben. Der Heilige, gepriesen sei er! verstößt kein Wesen, nimmt vielmehr einen jeden liebevoll auf. Die Pforten zur Seligkeit sind immerwährend geöffnet; wer zur Seligkeit eingehen will, kann eingehen. Und auch in dieser Beziehung sprach Hiob (Hiob 31, 32): „Draußen soll kein Fremder (kein fremder Religionsgenoß) übernachten, meine Thüren mache ich jedem Wanderer auf,” gleichwie der Heilige, gepriesen sei er! in Liebe alle seine Wesen aufnimmt. Weint daher um die Trauernden, nicht aber um die Dahingeschiedenen; sie sind zur Ruhe eingegangen, wir bleiben in Kummer versenkt. (Siehe Midrasch Rabboth, Fol. 29, 136. Thalmud Sanhedrin, Thalmud Chagiga Fol. 25.)  הזכרת נשׁמות
Intercession for the deceased.[2] Whoever cannot control his inclinations, desires and passions, say our sages, should often imagine death, the transitoriness of all earthly things. This imagination will dampen his arrogance and lead him to a calm appreciation of temporal goods. In particular, however, the memory of our departed parents, relatives and friends must put us in a melancholy mood, lead us to contemplate death and immortality, and this contemplation can only be fruitful for our moral life. That is why our sages have decreed that not only on Yom Kippur, as the day of general penance, but also always on the last day of a festival, we should be reminded of our deceased relatives by a prayer. This usage is first mentioned by a writer who suffered martyrdom at Nuremberg in 1310. (Rabbi Mordachai; without a trace of this usage being found in the Talmud.) In some communities this general commemoration of death takes place every Saturday. See: “Songs and Prayers for the Celebration of the Dead” by the worthy Mr. Baruch Auerbach, director of the Orphans’ Educational Institute of the Israelite community in Berlin, who is always active for the good. ¶I cannot refrain from sharing with my readers the beautiful passages from the Talmud and the Midrash, which the worthy author has set before his writing as a motto. In that world there is no death, neither in Israel nor among any other people, as the Scripture says: God dries the tears from every face. (Isaiah 25:8) The pious of every nation have a share in eternal life. The Holy One, blessed be He, does not reject any being, but lovingly welcomes everyone. The gates to blessedness are always open; whoever wants to enter blessedness can enter. And also in this respect Job said (Job 31, 32): “Outside no stranger (no foreign religious companion) shall spend the night; I open my doors to every wayfarer,” just as the Holy One, blessed be He, receives in love all His beings. Weep therefore for the mourners, but not for the departed; they have entered into rest, we remain immersed in sorrow. (See Midrash Rabboth, fol. 29, 136. Talmud Sanhedrin, Talmud Chagiga fol. 25.)  הזכרת נשׁמות
Dunkel für uns Geschöpfe der Erde, aber gerecht sind die Wege deiner Vorsehung, Allgütiger! „Ich wollte auch weise sein,” spricht der heilige Sänger David, „diese Weisheit aber ist fern von mir (Ḳohelet 7, 23), bis ich einst in das Heiligthum Gottes komme, werde ich den Zweck der göttlichen Leitung verstehen.” Das wissen wir aber, daß deine Vorsicht mit Vaterhuld über alle deine Geschöpfe waltet, und daß selbst die herbsten Leiden, die du über uns verhängst, uns zu unserem Besten sein können.
Veiled for us creatures of the earth, but just are the ways of your providence, All-Good One! “I also would be wise,” says the holy singer David, “but this wisdom is far from me (Ecclesiastes 7:23), until I once come into the sanctuary of God, I shall understand the purpose of divine guidance.” But this we know, that your prudence rules with fatherly grace over all your creatures, and that even the bitterest sufferings which you inflict upon us may be for our good.
In deinem Haushalte, o Allmächtiger, geschieht nichts am unrechten Orte, nichts zu unrechter Zeit. Es war dein heiliger Wille, mir meinen Vater (meine Mutter, meine Eltern) zu entziehen, und ihn (sie) in ein besseres Leben zu rufen. Meine Seele ist betrübt in mir, traurig ist mein Herz, wenn ich mich an den unersetzlichen Verlust erinnere, wenn ich daran denke, daß mein Vater (meine Mutter, meine Eltern), welcher (welche) mir so viel Liebes und Gutes erzeigt hat (haben), nicht mehr mit mir auf dieser Erde wandelt (wandeln), und ich ihm (ihr, ihnen), nicht mehr meine kindliche Liebe, meine innige Dankbarkeit bezeigen kann.
In your household, O Almighty, nothing happens in the wrong place, nothing in the wrong time. It was your holy will to deprive me of my father (my mother, my parents), and to call him (them) to a better life. My soul is saddened in me, my heart is sad when I remember the irreplaceable loss, when I think that my father (my mother, my parents), who has shown me so much love and good, no longer walks with me on this earth, and I can no longer show him (her, them) my filial love, my intimate gratitude.
Geschlechter vergehen, Geschlechter entstehen nach deiner göttlichen Weisheit, auf daß die Erde ewig bleibe. Ich erkenne deine Allgüte und Allweisheit; aber mein Herz blutet dennoch, meine Augen fließen in Thränen über, in der Erinnerung an meine Lieben, die meine Freude auf Erden gewesen sind, und die nun das dunkle Grab verschließt. Doch nein, nur die körperliche Hülle meiner Lieben ruht im Grabe, sie selbst aber wandeln in jenen lichten Höhen des Himmels, wo kein Seufzer ertönt, wo kein Schmerz nagt und keine Trennung droht. Dort sind sie entzückt in der Anschauung der Herrlichkeit Gottes, genießen ewige Seligkeit an deiner Rechten, allgerechter Vergelter.
Generations pass away, generations arise according to your divine wisdom, so that the earth remains forever. I recognize your omnibenevolence and omniscience; but my heart still bleeds, my eyes overflow with tears, in the memory of my loved ones, who have been my joy on earth, and whom the dark grave now closes. But no, only the physical shell of my loved ones rests in the grave, but they themselves walk in those bright heights of heaven, where no sigh sounds, where no pain gnaws and no separation threatens. There they are enraptured in the sight of the glory of God, enjoying eternal bliss at your right hand, all-just recompensor.
Mein Auge siehet freilich ihr würdiges Angesicht nicht; mein Ohr vernimmt ihre sanfte, belehrende, unterweisende und tröstende Stimme nicht mehr; aber sie, die Verklärten, sehen und hören mich gewiß, ihr verklärter Geist umschwebt unsichtbar ihre Geliebten auf Erden, und jede gute Handlung, die ich hieniden ausübe, vermehren ihre himmlische Seligkeit. Und so vermag ich es ja jetzt noch, meinen theuren Abgeschiedenen meine Liebe und Dankbarkeit zu erzeigen, wenn ich meinen Lebenswandel nach den Geboten der heiligen Religion einrichte, wenn ich keine Handlung begehe, ohne mich zu fragen: „würde dieses auch deinem Vater (deiner Mutter, deinen Eltern) gefallen?” — So will ich stets tugendhaft und rein sittlich leben, Gottgefällig nach Kräften jedem Menschen wohlthun, so daß du mein Vater (du meine Mutter, ihr meine Eltern) mit Wohlgefallen von deinem (eurem) himmlischen Sitz auf dein (euer) Kind mit Freuden über meinen rechtlichen Lebenswandel herabblicken kannst (könnt). Und wenn einst meine Stunde schlägt, wenn auch ich einst im Grabe von des Lebens Mühen ausgeruhet, wirst du mein Vater (meine Mutter, ihr meine Eltern) dein (euer) geliebtes Kind verklärt wieder sehen, und sich ewig der himmlischen Seligkeit mit ihm erfreuen. Amen.
Of course, my eye does not see their worthy face; my ear no longer hears their gentle, instructing, instructing and comforting voice; but they, the transfigured ones, certainly see and hear me, their transfigured spirit invisibly floats around their beloved ones on earth, and every good action that I perform here increases their heavenly bliss. And so I am still able to show my love and gratitude to my dear departed ones, if I arrange my way of life according to the commandments of the holy religion, if I do not commit any action without asking myself: “Would this also please your father (your mother, your parents)? — So I will always live virtuously and purely morally, God-pleasing to the best of my ability do good to every person, so that you my father (you my mother, you my parents) can look down with pleasure from your heavenly seat on your child with joy about my legal way of life. And when once my hour strikes, when once I also rest in the grave from the toils of life, you my father (my mother, you my parents) will see your beloved child transfigured again, and enjoy eternal heavenly bliss with them. Amen.

“Fürbitte für die Verstorbenen [no.1]” was translated/adapted by Yehoshua Heshil Miro and published in his anthology of teḥinot, בית יעקב (Beit Yaaqov) Allgemeines Gebetbuch für gebildete Frauen mosaicher Religion. It first appears in the 1833 edition, תחנות Teḥinot ein Gebetbuch für gebildete Frauenzimmer mosaicher Religion on pp. 48-51. In the 1835 edition, it appears as teḥinah №35 on pp. 53-56. In the 1842 edition, it appears as teḥinah №37 on pp. 56-59.

We welcome corrections and improvements. The transcription of the German from Latin script in Fraktur type provided machine-readable text for a machine translation by DeepL, which we then proofread for accuracy. –Aharon Varady

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Notes

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1 Wer seiner Neigungen, Begierden und Leidenschaften nicht Herr werden kann, sagen unsere Weisen, soll sich oft den Tod, die Vergänglichkeit alles Irdischen, vorstellen. Diese Vorstellung wird seinen Uebermuth dämpfen, und ihn zu einer ruhigen Würdigung der zeitlichen Güter führen. Vorzüglich aber muß die Erinnerung an unsere Abgeschiedenen Eltern, Verwandten und Freunde, uns in eine wehmüthige Stimmung versetzen, uns zu Betrachtungen über Tod und Unsterblichkeit leiten, und diese Betrachtung kann nur fruchtbar für unser moralisches Leben sein. Darum haben unsere Weisen auch verordnet, daß man nicht nur am Versöhnungstage, als am Tage allgemeiner Buße, sondern auch immer am letzten Tage eines Festes, durch ein Gebet an unsere verstorbenen Verwandten erinnert werden soll. Dieses Gebrauches wird von einem Schriftsteller, der im Jahre 1310 zu Nürnberg den Märtirertod erlitt, zuerst erwähnt. (Rabbi Mordachai; ohne daß sich im Thalmud eine Spur von diesem Gebrauch fände.) In manchen Gemeinden findet diese allgemeine Todtenfeier jeden Sonnabend statt. Siehe: „Gesänge und Gebete zur Todtenfeier” von dem würdigen, für das Gute stets thätigen Herrn Baruch Auerbach, Direktor des Waisen=Erziehungs=Instituts der israelitischen Gemeinde zu Berlin. ¶Ich kann mich nicht enthalten, meinen Lesern die schönen Stellen aus dem Thalmud und dem Midrasch, die der würdige Verfasser seiner Schrift als Motto vorgesetzt hat, hier mitzutheilen. In jener Welt giebt es keinen Tod, weder in Israel noch unter irgend einem andern Volke, wie die Schrift sagt: Gott trocknet die Thränen aus jedem Angesicht. (Jesaja 25, 8) Die Frommen jedes Volkes haben Antheil am ewigen Leben. Der Heilige, gepriesen sei er! verstößt kein Wesen, nimmt vielmehr einen jeden liebevoll auf. Die Pforten zur Seligkeit sind immerwährend geöffnet; wer zur Seligkeit eingehen will, kann eingehen. Und auch in dieser Beziehung sprach Hiob (Hiob 31, 32): „Draußen soll kein Fremder (kein fremder Religionsgenoß) übernachten, meine Thüren mache ich jedem Wanderer auf,” gleichwie der Heilige, gepriesen sei er! in Liebe alle seine Wesen aufnimmt. Weint daher um die Trauernden, nicht aber um die Dahingeschiedenen; sie sind zur Ruhe eingegangen, wir bleiben in Kummer versenkt. (Siehe Midrasch Rabboth, Fol. 29, 136. Thalmud Sanhedrin, Thalmud Chagiga Fol. 25.)
2 Whoever cannot control his inclinations, desires and passions, say our sages, should often imagine death, the transitoriness of all earthly things. This imagination will dampen his arrogance and lead him to a calm appreciation of temporal goods. In particular, however, the memory of our departed parents, relatives and friends must put us in a melancholy mood, lead us to contemplate death and immortality, and this contemplation can only be fruitful for our moral life. That is why our sages have decreed that not only on Yom Kippur, as the day of general penance, but also always on the last day of a festival, we should be reminded of our deceased relatives by a prayer. This usage is first mentioned by a writer who suffered martyrdom at Nuremberg in 1310. (Rabbi Mordachai; without a trace of this usage being found in the Talmud.) In some communities this general commemoration of death takes place every Saturday. See: “Songs and Prayers for the Celebration of the Dead” by the worthy Mr. Baruch Auerbach, director of the Orphans’ Educational Institute of the Israelite community in Berlin, who is always active for the good. ¶I cannot refrain from sharing with my readers the beautiful passages from the Talmud and the Midrash, which the worthy author has set before his writing as a motto. In that world there is no death, neither in Israel nor among any other people, as the Scripture says: God dries the tears from every face. (Isaiah 25:8) The pious of every nation have a share in eternal life. The Holy One, blessed be He, does not reject any being, but lovingly welcomes everyone. The gates to blessedness are always open; whoever wants to enter blessedness can enter. And also in this respect Job said (Job 31, 32): “Outside no stranger (no foreign religious companion) shall spend the night; I open my doors to every wayfarer,” just as the Holy One, blessed be He, receives in love all His beings. Weep therefore for the mourners, but not for the departed; they have entered into rest, we remain immersed in sorrow. (See Midrash Rabboth, fol. 29, 136. Talmud Sanhedrin, Talmud Chagiga fol. 25.)

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