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Andachtsübung einer Braut an ihrem Hochzeitstage | Devotional exercise of a bride on her wedding day, a teḥinah by Yehoshua Heshil Miro (1829)

https://opensiddur.org/?p=44558 Andachtsübung einer Braut an ihrem Hochzeitstage | Devotional exercise of a bride on her wedding day, a teḥinah by Yehoshua Heshil Miro (1829) 2022-05-23 11:54:44 "Andachtsübung einer Braut an ihrem Hochzeitstage" was translated/adapted by Yehoshua Heshil Miro and published in his anthology of teḥinot, <a href="https://opensiddur.org/?p=41365">בית יעקב (Beit Yaaqov) <em>Allgemeines Gebetbuch für gebildete Frauen mosaischer Religion</em></a>. It first appears in the 1829 edition, תחנות <em>Teḥinot ein Gebetbuch für gebildete Frauenzimmer mosaischer Religion</em> as teḥinah №80 on pp. 124-127. In the 1835 edition, it appears as teḥinah №79 on pp. 144-147. In the 1842 edition, it appears as teḥinah №82 on pp. 149-152. Text the Open Siddur Project Andreas Rusterholz (transcription) Andreas Rusterholz (transcription) Aharon N. Varady (translation) Yehoshua Heshil Miro https://opensiddur.org/copyright-policy/ Andreas Rusterholz (transcription) https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ Marriage 19th century C.E. תחינות teḥinot 56th century A.M. Jewish Women's Prayers German vernacular prayer German Jewry
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Source (German) Translation (English)
Andachtsübung einer Braut an ihrem Hochzeitstage.
Devotional exercise of a bride on her wedding day.
Allgütiger, es ist deine Anordnung, daß die Menschen im Ehestande leben, und in demselben deine Absichten und das Wohl ihrer Brüber auf Erden befördern sollen. Gewiß sind deine Anordnungen auch hier der höchsten Weisheit gemäß, und Niemand darf sich ihnen entziehen. — Am heutigen Tage, der mich aus den Armen meiner zärtlichen Eltern in das Haus meines Mannes führt, mit dessen Schicksale ich das Meinige verbinden soll für das ganze Leben, will ich noch einmal über meine Pflichten nachdenken, und du wirst meine Betrachtungen, meine Entschlüsse und Vorsätze segnen, daß sie mich trösten und stärken bei dem entscheidendsten Schritte in meinem ganzen Leben.
All-good one, it is your order that people should live in matrimony, and in it promote your intentions and the welfare of their brothers on earth. Certainly, your orders are also here according to the highest wisdom, and no one may evade them. — On this day, which leads me from the arms of my tender parents to the house of my husband, with whose destiny I am to connect mine for the whole of my life, I want to reflect once again on my duties, and you will bless my reflections, my resolutions and intentions, so that they comfort and strengthen me in the most decisive step in my whole life.
Der Ehestand verbindet die Menschen und ihre Absichten, ihre Freuden und Leiden aufs innigste mit einander; er erhöhet und vervielfältigt gleichsam ihre irdisches Dasein; er giebt ihnen die stärksten Ermunterungen und Antriebe zur Entwickelung und Uebung aller ihrer Fähigkeiten und Kräfte, zur unverdrossenen Uebung ihrer Pflichten; er knüpft die Menschen fester an die bürgerliche und menschliche Gesellschaft und heißt sie thätigen Antheil an dem Wohl derselben nehmen. Nichts verspricht uns mehr Trost und Hilfe in jedem Alter und in jedem Zustande, nichts öffnet uns angenehmere Aussichten in die Zukunft, als der ehrwürdige Ehestand.
Marriage unites people and their intentions, their joys and sorrows most intimately with each other; it elevates and multiplies, as it were, their earthly existence; it gives them the strongest encouragement and impetus to develop and exercise all their abilities and powers, to practice their duties unflaggingly; it ties people more firmly to civil and human society and makes them take an active part in its welfare. Nothing promises us more comfort and help at any age and in any condition, nothing opens up more pleasant prospects for the future than the venerable married state.
Heilig sei er auch mir, und heilig alle Pflichten, die er mir auflegt, und alle Einschränkungen, die er mir vorschreibt! Die Pflicht, meinem Ehegenossen zärtliche Achtung und Liebe zu beweisen, ihn als mein anderes Ich zu betrachten und zu behandeln, und die Verhältnisse, in denen wir zu einander stehen, nie zu vergessen, sei mir heilig! Fern sei es von mir, diesen Stand nur als ein Mittel größerer Freiheit und Unabhängigkelt zu wählen und dabei blos, oder vorzüglich auf äußere Vorzüge, auf Rang und Reichthum zu sehen, und die Eigenschaften des Geistes und des Herzens, diese fruchtbarsten Quellen der Glückseligkeit oder des Elends, gering zu achten. Nein, gesunder Verstand, richtiges Urtheil und eine edle Gesinnung, ein theilnehmendes, tugendhaftes und frommes Herz, das sind die wahren Gründe, die nie versiegenden Quellen des ehelichen Glücks, und diese müssen mir unendlich mehr werth sein, als aller Schimmer und Glanz. Freuden und Leiden wechseln im Ehestande wie in allen Zuständen des Lebens. Die Annehmlichkeiten des Ehestandes sind unzertrennlich mit seinen Beschwerden und Einschränkungen verflochten, und nur der darf ohne Beschämung und Gewissensbisse die Annehmlichkeiten eines Standes genießen, der auch seine Unannehmlichkeit mit Geduld erträgt.
May he also be holy to me, and holy all the duties he imposes on me and all the restrictions he imposes on me! May the duty to show tender respect and love to my spouse, to consider and treat him as my other self, and never to forget the relations in which we stand to each other, be sacred to me! Far be it from me to choose this state only as a means of greater freedom and independence, and thereby to look only, or especially, at external advantages, at rank and wealth, and to disregard the qualities of mind and heart, these most fertile sources of happiness or misery. No, a sound mind, right judgment and a noble disposition, a sympathetic, virtuous and pious heart, these are the true reasons, the never-ending sources of marital happiness, and these must be of infinitely greater value to me than all glimmer and splendor. Joys and sorrows alternate in the married state as in all states of life. The comforts of the married state are inseparably interwoven with its discomforts and limitations, and only he may enjoy the comforts of a state without shame and remorse who also bears its discomforts with patience.
Je mannigfaltiger und inniger die Verbindungen sind, in welchen ich in diesen Stand mit meinem Ehegenossen, mit meiner Familie und mit der ganzen Gesellschaft trete, desto mehr muß und will ich mich eines thätigen, arbeitsamen und gemeinnützigen Lebens befleißigen, und in der treuen Erfüllung meiner Pflichten meine größte Ehre und mein vorzügliches Vergnügen finden. Jede Art von Geschäftigkeit, von Arbeit, von Fürsorge und Aufsicht, die das Wohl der Meinigen befördert und sichert, die sei mir ehrwürdig und wichtig, sie mag edel oder niedrig heißen, sie mag mir leicht oder schwer fallen!
The more varied and intimate are the connections in which I enter into this state with my spouse, with my family and with the whole of society, the more I must and will apply myself to an active, industrious and charitable life, and in the faithful fulfillment of my duties I find my greatest honor and my most excellent pleasure. Every kind of activity, of work, of care and supervision, which promotes and secures the welfare of my family, may be venerable and important to me, it may be called noble or low, it may be easy or difficult for me!
Nicht in der sogenannten großen Welt zu glänzen und an allen ihren betrüglichen Freuden und Ergötzlichkeiten Theil zu nehmen: sondern, der kleinen Welt, die mich umgiebt, und das stille, aber wahre Glück des häuslichen Lebens zu genießen, das sei das Ziel, nach welchem ich strebe. Wenn kein Mensch in der Welt blos für sich denken und sorgen und leben darf, so darf es der verehelichte noch viel weniger. Ihm ist alles mit seinem Ehegenossen gemein, mit ihm theilt er alle Freuden und alles Leiden des Lebens, ihm steht sein Herz offen, ihm theilt er gern alle seine Einsichten, alle seine Empfindungen, alle seine Kräfte mit; ihm erleichtert er gern jede Arbeit, jeden Kummer, jede Sorge, ihm räumt er gern, wenn er kann, jeden Stein des Anstoßes, jede Ursache des Verdrußes, jede Gelegenheit zum Mißvergnügen aus dem Wege.
Not to shine in the so-called big world and to take part in all its deceitful joys and pleasures, but to enjoy the small world that surrounds me and the quiet but true happiness of domestic life, that is the goal to which I aspire. If no person in the world may think and care and live only for themself, the married person may do so even less. They have everything in common with their spouse; they shares with them all the joys and sorrows of life; their heart is open to them; they gladly share with them all their insights, all their feelings, all their powers; they gladly relieve them of every work, every sorrow, every worry; they gladly remove, if they can, every stone of offence, every cause of annoyance, every opportunity for displeasure.
Wenn ein jeder Mensch dem andern Nachsicht und Geduld schuldig ist, wie viel mehr ein Ehegenosse dem andern! Je weniger wir selbst der Nachsicht entbehren können, desto geneigter müssen wir sein, sie andern widerfahren zu lassen. Wußte ich es doch vorher, daß ich mich mit einem Menschen, also mit einem eingeschränkten, fehlerhaften, auch wohl Vergehungen fähigem Geschöpfe, verbinde. — Aber gemeinschaftlich an unserer Besserung zu arbeiten und uns den Fortgang auf dem Wege der Tugend gegenseitig zu erleichtern, das ist Pflicht und Seligkeit des Ehestandes. Gutes Beispiel, Erinnerungen, Ermunterungen und Bitten, verbunden mit Liebe und Achtung, sollen uns gegenseitig zu Besserungsmitteln dienen, und Hand in Hand wollen wir auf dem Pfade der Weisheit und der Tugend fortwandeln, und so uns gemeinschaftlich unserer höheren Bestimmung nähern.
If each person owes forbearance and patience to the other, how much more a spouse to the other! The less we can do without forbearance ourselves, the more we must be inclined to show it to others. I knew beforehand that I was uniting myself with a human being, that is, with a limited, defective creature, also capable of transgressions. — But to work together on our improvement and to facilitate each other’s progress on the path of virtue, that is the duty and blessedness of the married state. Good examples, reminders, encouragement and petitions, combined with love and respect, should serve us mutually as means of improvement, and hand in hand we want to walk along the path of wisdom and virtue, and thus jointly approach our higher destiny.
Gott, ich erkenne meine Pflichten, ich sehe ihre Gerechtigkeit und Billigkeit mit Ueberzeugung ein. Ich fühle es, daß mich ihre Erfüllung glücklich machen wird. Laß dieses Licht nie in mir verdunkeln, diese Ueberzeugung und dieses Gefühl nie in mir entkräftet werden; gieb, daß ich ihrem Antriebe stets willig und treulich folge, und dadurch deinen Willen erfülle.
God, I recognize my duties, I see their justice and fairness with conviction. I feel that their fulfillment will make me happy. Let this light never be dimmed in me, this conviction and this feeling never be weakened in me; grant that I may always follow their impulse willingly and faithfully, and thereby fulfill your will.
Eheliche Treue, Keuschheit und häusliche Ruhe sind stets den Israelitischen Frauen eigen gewesen; stärke mich zu der strengsten Uebung dieser Tugenden. Segne meinen Ausgang aus dem elterlichen Hause und meinen Eingang in das Haus, das ich von heute an beglücken, und wo ich selbst mein Glück finden soll. Amen.
Marital fidelity, chastity, and domestic tranquility have always been characteristic of Israelite women; strengthen me to the strictest practice of these virtues. Bless my departure from the parental home and my entrance into the house, which I shall make happy from today on, and where I myself shall find my happiness. Amen.

“Andachtsübung einer Braut an ihrem Hochzeitstage” was translated/adapted by Yehoshua Heshil Miro and published in his anthology of teḥinot, בית יעקב (Beit Yaaqov) Allgemeines Gebetbuch für gebildete Frauen mosaischer Religion. It first appears in the 1829 edition, תחנות Teḥinot ein Gebetbuch für gebildete Frauenzimmer mosaischer Religion as teḥinah №80 on pp. 124-127. In the 1835 edition, it appears as teḥinah №79 on pp. 144-147. In the 1842 edition, it appears as teḥinah №82 on pp. 149-152.

We welcome corrections and improvements. The transcription of the German from Latin script in Fraktur type provided machine-readable text for a machine translation by DeepL, which we then proofread for accuracy. –Aharon Varady

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